Wer eine neue Website erstellen möchte, steht früh vor einer Grundsatzfrage. Entweder ein Homepage-Baukasten, bei dem Vorlage, Technik und Hosting aus einer Hand kommen, oder ein Content-Management-System (kurz CMS, also ein System zur Verwaltung von Website-Inhalten) wie WordPress, das mehr Freiheit bietet, aber auch eine saubere Einrichtung braucht.
Beide Wege haben ihre Berechtigung. Die Entscheidung hat aber Folgen, die oft erst nach ein paar Jahren sichtbar werden: wenn eine neue Funktion fehlt, der Tarif teurer wird oder die Website zu einem anderen Anbieter umziehen soll. In diesem Artikel vergleichen wir beide Varianten und zeigen, für wen sich welcher Weg eignet. Vorweg: Wir setzen seit 2014 auf WordPress und sind deshalb nicht neutral. Die Gründe dafür legen wir offen.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Baukasten ist schnell eingerichtet, bindet die Website aber dauerhaft an Technik, Tarife und Regeln eines Anbieters.
- Ein CMS wie WordPress braucht eine saubere Einrichtung und regelmäßige Pflege, lässt sich dafür individuell strukturieren und erweitern.
- WordPress ist Open Source und läuft auf 39,5 % aller Websites weltweit (W3Techs, Stand 29.10.2026).
- Eine Wix-Website lässt sich laut Wix nicht bei einem anderen Hoster betreiben, ein Wechsel bedeutet in der Regel einen Neuaufbau.
- Entscheidend ist weniger der Start als die Frage, ob die Website über Jahre mitwachsen soll.
Was ist ein Homepage-Baukasten?
Ein Homepage-Baukasten ist ein Komplettpaket: Sie melden sich bei einem Anbieter an, wählen eine Vorlage und füllen sie im Browser mit Texten und Bildern. Hosting, Technik und Sicherheitsupdates übernimmt der Anbieter. Bekannte Beispiele sind Wix, Jimdo, Squarespace oder die Baukästen großer Hosting-Anbieter.
Bezahlt wird meist über einen monatlichen oder jährlichen Tarif. Welche Funktionen zur Verfügung stehen, legt der Anbieter fest, ebenso die Gestaltungsmöglichkeiten der Vorlagen.
Was ist ein CMS?
Ein Content-Management-System trennt die Inhalte von der Technik dahinter. Sie pflegen Texte, Bilder und Termine über eine Verwaltungsoberfläche, ohne programmieren zu müssen. Gestaltung, Seitenstruktur und Funktionen werden dagegen individuell eingerichtet und lassen sich jederzeit anpassen.
Das mit Abstand verbreitetste CMS ist WordPress. Laut W3Techs läuft es auf 39,5 % aller Websites weltweit, unter den Websites mit erkennbarem CMS liegt der Anteil bei 58,3 %. Zum Vergleich: Wix kommt auf 4,2 % aller Websites.[1] WordPress ist Open Source, also quelloffen, und steht unter der GPL-Lizenz. Die Software selbst ist damit frei nutzbar und darf angepasst und weitergegeben werden.[2] Kosten entstehen für Hosting, Domain, Einrichtung und Pflege, nicht für eine Lizenz. Weitere Systeme wie TYPO3 oder Joomla funktionieren nach demselben Prinzip.
Baukasten und CMS im Vergleich
| Kriterium | Homepage-Baukasten | CMS (z. B. WordPress) |
|---|---|---|
| Start | Schnell, Vorlage auswählen und befüllen | Braucht eine durchdachte Einrichtung |
| Gestaltung | Im Rahmen der Vorlagen | Frei, nach eigenem Erscheinungsbild |
| Funktionen | Was der Anbieter vorsieht | Erweiterbar um eigene Funktionen und Schnittstellen |
| Hosting | Nur beim Anbieter selbst | Bei einem Hoster Ihrer Wahl |
| Umzug | In der Regel Neuaufbau nötig | Website samt Inhalten umziehbar |
| Technik und Updates | Übernimmt der Anbieter | Regelmäßige Pflege nötig, selbst oder als Dienstleistung |
| Kosten | Laufender Tarif, Zusatzfunktionen oft nur in höheren Tarifen | Keine Lizenzkosten, dafür Einrichtung, Hosting und Pflege |
Wo Baukästen an Grenzen stoßen
Gestaltung im Rahmen der Vorlage
Ein Baukasten lebt von seinen Vorlagen. Das ist zu Beginn bequem, wird aber zur Grenze, sobald die Website nicht mehr wie eine Vorlage aussehen soll oder eine Seitenstruktur braucht, die der Anbieter nicht vorgesehen hat.
Funktionen nur, wenn der Anbieter sie anbietet
Ein Spielplan aus dem Vereinskalender, eine Anbindung an die eigene Branchensoftware oder eine Verwaltung für den Geräteverleih im Verein: Solche Funktionen lassen sich mit einem CMS individuell umsetzen. Bei einem Baukasten hängt es davon ab, ob der Anbieter eine passende Erweiterung bereithält.
Die Website bleibt beim Anbieter
Das wichtigste Argument ist die Abhängigkeit. Wix schreibt in der eigenen Hilfe, dass eine Wix-Website auf den Servern von Wix laufen muss, weil die Architektur kein externes Hosting unterstützt.[3] Wer später wechseln möchte, kann Texte und Bilder mitnehmen, die Website selbst muss aber neu aufgebaut werden. Ändern sich Tarife, Funktionen oder Bedingungen, haben Sie wenig Spielraum.
Kosten, die mitwachsen
Ein Baukasten wirkt auf den ersten Blick günstig. Viele Funktionen sind aber an höhere Tarife gebunden, bei Wix etwa schon die Verbindung einer eigenen Domain an ein Premiumpaket.[3] Über mehrere Jahre gerechnet lohnt es sich deshalb, nicht nur den Einstiegspreis zu vergleichen, sondern den Tarif, den Sie tatsächlich brauchen.
Was für ein CMS wie WordPress spricht
- Struktur nach Ihren Inhalten: Seitenaufbau und Navigation richten sich nach Ihrem Verein oder Betrieb, nicht nach einer Vorlage.
- Erweiterbarkeit: Formulare, Buchungsfunktionen, Mitgliederbereiche oder Schnittstellen zu vorhandener Software lassen sich nachträglich ergänzen, ohne die Website neu zu bauen.
- Freie Wahl des Hosters: Die Website gehört Ihnen und kann bei Bedarf umziehen, samt Inhalten.
- Selbst pflegbar: Texte, Bilder und Termine ändern Sie ohne Programmierkenntnisse über die Verwaltungsoberfläche.
- Langfristig betreubar: Durch die große Verbreitung finden Sie auch in Zukunft Dienstleister, die sich mit WordPress auskennen.
Was Sie bei einem CMS bedenken sollten
Die Freiheit eines CMS hat eine Kehrseite, die wir nicht verschweigen möchten:
- Die Einrichtung braucht Zeit und Know-how. Eine gute WordPress-Website entsteht nicht in fünf Minuten, sondern mit einer durchdachten Seitenarchitektur und einer sauberen technischen Umsetzung.
- Updates sind Pflicht. WordPress, Theme und Plugins müssen regelmäßig aktualisiert werden. Eine Website, die jahrelang niemand anfasst, wird zum Sicherheitsrisiko.
- Hosting und Backups gehören dazu. Darum kümmern Sie sich selbst oder geben es ab, zum Beispiel an unser Managed WordPress Hosting oder die WordPress-Wartung und Website-Betreuung.
Für wen sich welcher Weg eignet
Wer eine Website in erster Linie möglichst billig und möglichst schnell braucht und keinen Wert auf Erweiterbarkeit oder Betreuung legt, ist bei einem Baukasten-Anbieter tatsächlich besser aufgehoben. Für eine kurzfristige Aktionsseite oder einen ersten Test kann das reichen.
Ein CMS lohnt sich dort, wo eine Website über Jahre gepflegt und weiterentwickelt werden soll:
- Vereine, bei denen Inhalte und Zuständigkeiten im Vorstand wechseln und die Website mit dem Verein mitwachsen soll
- Betriebe, die später Formulare, Terminbuchung oder eine Anbindung an ihre Software brauchen
- Alle, die unabhängig von einem einzelnen Anbieter bleiben möchten
Aus der Praxis: Vom Baukasten zu WordPress
Ein Wechsel vom Baukasten zu WordPress ist eine der häufigsten Ausgangslagen, mit denen Kunden zu uns kommen. Zwei Beispiele:
- VSC Baskets Donauwörth: Die Website des Basketballvereins lief auf einem Homepage-Baukasten. 2016 haben wir sie auf WordPress umgezogen, mit neuem Design und überarbeitetem Logo. Beim Relaunch im Herbst 2026 kamen ein Spielplan aus dem Vereinskalender sowie Ergebnisse und Ligatabellen über die offene Schnittstelle des Deutschen Basketball Bunds dazu. Mehr dazu in der Referenz VSC Baskets Donauwörth.
- DS-Service: Die Website des Hausmeister- und Handwerkerservice lief auf Zeta Producer, gestalterische und funktionale Möglichkeiten waren begrenzt. Wir haben sie komplett neu gestaltet, auf WordPress migriert und mit einer erweiterbaren Seitenstruktur aufgebaut. Mehr dazu in der Referenz DS-Service.
Die Vorstandschaft der VSC Baskets schrieb uns nach dem ersten Projekt: „Wir bedanken uns bei Lukas Vogel für die Erstellung unserer Homepage. Es war eine unkomplizierte und tolle Zusammenarbeit. Wir können Webprojekt Donauwörth nur weiterempfehlen!"
Häufige Fragen
Ist WordPress auch etwas für Einsteiger?
Ja, für die Pflege der Inhalte. Texte, Bilder und Termine lassen sich ohne Programmierkenntnisse ändern. Die Einrichtung, also Struktur, Gestaltung und Technik, sollte dagegen sauber geplant sein, damit die Website langfristig funktioniert. Wenn Sie die Website selbst pflegen, gehört bei uns eine Einweisung zur Übergabe dazu.
Kann ich meine Baukasten-Website zu WordPress umziehen?
Ja. Texte und Bilder werden übernommen, die Website selbst wird auf WordPress neu aufgesetzt. Das ist die Gelegenheit, Struktur und Gestaltung gleich mit zu überarbeiten. Die bisherige Domain können Sie in der Regel behalten.
Ist ein Baukasten sicherer, weil sich der Anbieter um Updates kümmert?
Um die Technik kümmert sich beim Baukasten tatsächlich der Anbieter. Ein CMS ist genauso sicher, wenn es regelmäßig gepflegt wird. Wer das nicht selbst übernehmen möchte, gibt Updates, Backups und Überwachung an einen Dienstleister ab.
Was kostet eine Website mit WordPress?
Für WordPress selbst fallen keine Lizenzkosten an. Die Kosten für Einrichtung und Gestaltung hängen vom Umfang ab, deshalb erstellen wir dafür ein individuelles Angebot. Unser Managed WordPress Hosting mit Updates und Backups beginnt bei 29,90 € im Monat.
Quellen (3)
Kontakt
Sie möchten eine neue Website erstellen lassen oder Ihre Baukasten-Website auf WordPress umziehen? Nehmen Sie unverbindlich Kontakt zu uns auf. Wir schauen uns Ihr Vorhaben an und besprechen, welche Lösung zu Ihrem Verein oder Betrieb passt. Mehr zu unserer Arbeitsweise finden Sie auf der Seite Webdesign.
