IT-Sicherheit

Datensicherung im Ehrenamt: Was passiert, wenn der Laptop des Kassierers kaputtgeht

Kassenbuch, Mitgliederliste, Protokolle und Vereinsfotos liegen in vielen Vereinen auf genau einem privaten Rechner. Geht dieses Gerät kaputt, ist ein großer Teil der Vereinsverwaltung weg. Wir zeigen, wie eine Datensicherung aussieht, die ein Verein auch dauerhaft durchhält.

Datensicherung im Ehrenamt: Was passiert, wenn der Laptop des Kassierers kaputtgeht
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Das Kassenbuch als Tabelle, die Mitgliederliste, die Protokolle der letzten zwölf Jahre, die Fotos vom Jubiläumsfest, die Vorlagen für Einladungen und Spendenquittungen: In vielen Vereinen liegt all das auf genau einem Gerät, meistens auf dem privaten Laptop des Kassierers oder des Schriftführers. Solange dieser Rechner läuft, fällt das niemandem auf. Geht die Festplatte kaputt, wird der Laptop gestohlen oder verschlüsselt eine Schadsoftware die Dateien, ist von einem Tag auf den anderen ein großer Teil der Vereinsverwaltung verschwunden.

Das Unangenehme daran: Der Schaden trifft nie nur eine Person. Eine fehlende Kassenführung fällt spätestens bei der nächsten Kassenprüfung auf, eine verlorene Mitgliederliste bedeutet Arbeit für die gesamte Vorstandschaft. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, welche Daten im Ehrenamt typischerweise nur einmal existieren, warum eine Kopie auf demselben Rechner keine Sicherung ist und wie ein Sicherungskonzept aussieht, das auch ein ehrenamtlicher Vorstand ohne IT-Kenntnisse dauerhaft durchhält.

Welche Vereinsdaten typischerweise nur einmal existieren

Bevor man über Technik spricht, lohnt sich eine ehrliche Bestandsaufnahme. Erfahrungsgemäß liegen diese Unterlagen in kleinen Vereinen an genau einer Stelle:

  • Die Kassenführung, meist als Tabellenkalkulation oder in einer lokal installierten Vereinssoftware, inklusive der eingescannten Belege.
  • Die Mitgliederliste mit Adressen, Bankverbindungen für den Lastschrifteinzug und Eintrittsdaten.
  • Protokolle von Vorstandssitzungen und Mitgliederversammlungen, oft über viele Jahre gewachsen.
  • Satzung und Unterlagen zur Gemeinnützigkeit, etwa der Freistellungsbescheid des Finanzamts.
  • Bilder und Vereinschronik, häufig der emotional wertvollste und zugleich am schlechtesten gesicherte Teil.
  • Vorlagen und Logo-Dateien für Einladungen, Flyer, Urkunden und Spendenquittungen.
  • Zugangsdaten zu Vereins-E-Mail-Postfach, Website und Social-Media-Konten.

Gehen Sie diese Liste einmal in der Vorstandschaft durch und halten Sie fest, wo jeder Punkt aktuell liegt und wer außer der zuständigen Person noch herankommt. Häufig ist genau diese Bestandsaufnahme schon der unangenehmste Teil.

Warum eine Kopie auf demselben Rechner keine Sicherung ist

Der häufigste Irrtum im Ehrenamt ist die zweite Datei im Nachbarordner. Eine Kopie auf derselben Festplatte hilft gegen versehentliches Überschreiben, aber gegen keinen der realistischen Ernstfälle: Ein Defekt der Festplatte, ein Diebstahl des Geräts, ein Wasserschaden oder eine Verschlüsselung durch Schadsoftware erwischen Original und Kopie gleichzeitig.

In der IT hat sich dafür seit Jahren eine einfache Faustregel etabliert, die 3-2-1-Regel:

Die 3-2-1-Regel im Verein

  • Drei Kopien der Daten: das Original plus zwei Sicherungen. Eine einzelne Sicherung reicht nicht, weil auch ein Sicherungsmedium ausfallen kann.
  • Zwei verschiedene Medien: zum Beispiel die interne Festplatte des Rechners und eine externe USB-Festplatte, statt zweimal derselbe Datenträger.
  • Eine Kopie außer Haus: an einem anderen Ort als der Rechner selbst, etwa in einer Vereinscloud oder auf einer Festplatte, die bei einem zweiten Vorstandsmitglied liegt. Ein Wohnungsbrand oder ein Einbruch nimmt sonst beides mit.

Für einen kleinen Verein ist das keine große Investition: eine externe Festplatte und ein zentraler Online-Speicher reichen für den Anfang vollkommen aus.

Dateisicherung oder komplettes Systemabbild: Der Unterschied zählt im Ernstfall

Bei einer Sicherung gibt es zwei grundsätzlich verschiedene Ansätze, und die Unterscheidung wird meistens erst dann wichtig, wenn es schon zu spät ist.

Eine Dateisicherung kopiert einzelne Ordner und Dateien, also zum Beispiel den Vereinsordner mit Kassenbuch und Protokollen. Das genügt, wenn eine einzelne Datei verloren geht oder eine ältere Fassung eines Protokolls gebraucht wird.

Ein Systemabbild, auch Image genannt, sichert dagegen den kompletten Datenträger inklusive Windows, aller installierten Programme und aller Einstellungen. Genau darum geht es im Fall aus der Überschrift: Fällt die Festplatte des Kassierers aus, hilft ein Ordner voller Dateien nur bedingt weiter. Die lokal installierte Vereinssoftware, die eingerichteten E-Mail-Konten und die Druckereinstellungen für die Spendenquittungen sind damit noch nicht zurück. Aus einem Systemabbild lässt sich der Rechner dagegen als Ganzes wiederherstellen, im günstigsten Fall sogar auf einem neu gekauften Gerät mit anderer Hardware.

Für Windows-Rechner nutzen wir dafür O&O DiskImage *, eine Backup-Software des Berliner Herstellers O&O Software. Sie deckt beide Ansätze ab und ist bewusst so aufgebaut, dass auch ein ehrenamtlicher Kassier ohne IT-Hintergrund damit zurechtkommt:

Was davon im Vereinsalltag wirklich zählt

  • Komplettes Systemabbild statt nur Dateikopie: Der ganze Rechner wird als Abbild gesichert, inklusive Windows, Programmen und Einstellungen, nicht nur der Vereinsordner.
  • Wiederherstellung auf neuer Hardware: Ist das alte Gerät defekt, lässt sich die Sicherung auch auf einen neu gekauften Rechner mit anderer Ausstattung zurückspielen. Ohne diese Funktion nützt das beste Abbild wenig, wenn genau dasselbe Modell nicht mehr zu bekommen ist.
  • Startfähiger USB-Stick: Damit lässt sich ein Rechner auch dann noch starten und wiederherstellen, wenn Windows selbst gar nicht mehr hochfährt.
  • Automatische Sicherungen nach Zeitplan: Einmal eingerichtet, läuft die Sicherung im Hintergrund weiter. Genau das ist im Ehrenamt entscheidend, wo niemand daran denkt, jeden Freitag manuell eine Kopie zu ziehen.
  • Einmalkauf statt Abo: Die Lizenz wird einmal gekauft und nicht monatlich abgerechnet, was die Abrechnung über die Vereinskasse deutlich vereinfacht.

Ob die Software auf einem privaten Rechner des Vorstands oder auf einem reinen Vereinsgerät läuft, sollten Sie vorher klären, ebenso, welche Lizenzform für Ihren Einsatzzweck passt. Der Hersteller unterscheidet hier je nach Edition, ein Blick in die jeweiligen Lizenzbedingungen vor dem Kauf lohnt sich.

Der Vorstandswechsel ist der häufigste Datenverlust

Der Klassiker im Ehrenamt ist gar nicht die kaputte Festplatte, sondern der ganz normale Wechsel im Amt. Der bisherige Kassier gibt seinen Posten ab, und mit ihm verschwinden die Daten: Sie lagen auf seinem privaten Rechner, in seinem privaten E-Mail-Postfach, in einem Speicherkonto, das auf seinen Namen läuft.

So bleiben Daten beim Verein statt bei der Person

  • Konten auf den Verein anlegen: Vereins-E-Mail-Adresse und Speicherkonten laufen auf den Verein, nicht auf eine Privatperson. Bei einem Wechsel wird dann nur der Zugang übergeben, statt den kompletten Datenbestand umzuziehen.
  • Zugriff immer zu zweit: Mindestens zwei Personen aus der Vorstandschaft kommen an die wichtigen Unterlagen und Zugänge. Das ist keine Misstrauensfrage, sondern eine Ausfallsicherung bei Krankheit oder Urlaub.
  • Übergabe im Protokoll festhalten: Was bei einem Amtswechsel übergeben wurde, gehört ins Protokoll der Sitzung, in der der Wechsel beschlossen wurde.

Wie sich Unterlagen dauerhaft zentral und mit einem sauberen Rollen- und Rechtekonzept ablegen lassen, haben wir im Artikel Vereinscloud: Dokumente und Unterlagen zentral im Verein ablegen ausführlich beschrieben. Eine Vereinscloud und eine lokale Sicherung schließen sich dabei nicht aus, sie ergänzen sich: Die Cloud sorgt dafür, dass die Unterlagen dem Verein gehören und für mehrere Personen erreichbar sind, das Systemabbild sorgt dafür, dass ein einzelner Rechner nach einem Defekt schnell wieder arbeitsfähig ist.

Mitgliederdaten gehören besonders geschützt

Sobald eine Sicherung Mitgliederlisten, Adressen oder Bankverbindungen enthält, geht es nicht mehr nur um Bequemlichkeit, sondern um personenbezogene Daten. Eine unverschlüsselte externe Festplatte, die im Auto liegen bleibt oder bei einem Einbruch mitgenommen wird, ist damit ein echtes Problem.

  • Sicherungen verschlüsseln, damit die Daten auf einem verlorenen Datenträger nicht einfach auslesbar sind.
  • Aufbewahrungsort bewusst wählen, verschlossen und nicht dauerhaft am selben Ort wie der Rechner.
  • Alte Datenträger vor der Entsorgung sicher löschen statt sie nur in den Papierkorb zu ziehen.

Wie weit die Anforderungen im Einzelfall reichen, hängt von Ihrem Verein und den verarbeiteten Daten ab. Eine verbindliche datenschutzrechtliche Einschätzung können wir nicht leisten, bei Unsicherheit hilft eine anwaltliche Beratung oder der zuständige Landesdatenschutzbeauftragte weiter.

Und die Vereinswebsite?

Die Website ist der Teil der Vereinsdaten, an den beim Thema Datensicherung am seltensten jemand denkt, weil sie ja einfach läuft. Auch hier gilt: Ohne regelmäßige Sicherung sind ein fehlgeschlagenes Update, ein gehackter Zugang oder ein technischer Defekt im Zweifel das Ende von Jahren an Inhalten.

Bei unserem Managed WordPress Hosting sind automatische Backups in jedem Paket enthalten, je nach Paket wöchentlich oder täglich, dazu Updates, Malware-Scan und Hosting in Deutschland. Wer seine Website woanders betreibt, kann die technische Betreuung inklusive Sicherungen auch unabhängig vom Hosting über unsere WordPress-Wartung und Website-Betreuung buchen. In beiden Fällen muss sich niemand aus der Vorstandschaft selbst daran erinnern.

Ein Sicherungskonzept, das ein Verein durchhält

Ein Sicherungskonzept nützt nur, wenn es auch dann noch läuft, wenn Vereinsfest, Jahreshauptversammlung und Beruf gleichzeitig anstehen. Diese fünf Schritte reichen für den Anfang:

  1. Bestandsaufnahme machen: Welche Daten gibt es, wo liegen sie, wer kommt heran?
  2. Verantwortlichkeit festlegen: Eine Person ist zuständig, eine zweite kennt das Verfahren und die Zugänge.
  3. Automatische Sicherung einrichten: Ein Systemabbild des Vereinsrechners nach Zeitplan, zum Beispiel wöchentlich, plus eine Kopie der laufenden Unterlagen in der Vereinscloud. Für die Windows-Seite nutzen wir dafür wie beschrieben O&O DiskImage *.
  4. Wiederherstellung testen: Einmal im Jahr, zum Beispiel vor der Kassenprüfung, eine Datei aus der Sicherung zurückholen. Eine Sicherung, die noch nie zurückgespielt wurde, ist nur eine Vermutung.
  5. Verfahren schriftlich festhalten: Einmal dokumentieren, damit das Konzept einen Vorstandswechsel überlebt.

Der Aufwand dafür liegt bei einem halben Nachmittag. Der Aufwand, eine verlorene Kassenführung und zwölf Jahre Protokolle zu rekonstruieren, liegt deutlich darüber.

Kontakt

Möchten Sie die Datensicherung in Ihrem Verein einmal sauber aufsetzen oder wissen, wie gut Ihre Vereinswebsite aktuell gesichert ist? Nehmen Sie unverbindlich Kontakt zu uns auf.

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Lukas Vogel Webdesigner & Tech-Enthusiast

Lukas Vogel ist der Inhaber von Webprojekt Donauwörth und Webdesigner mit 13+ Jahren Erfahrung.

Entwickelt seit vielen Jahren mit Leidenschaft und echtem Wissensdurst für Technik Websites für Vereine, Unternehmen und Selbstständige aus dem Raum Donauwörth.

Bringt außerdem als aktiver Vorstand eines Vereins ein echtes Herz fürs Ehrenamt mit.

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